
Jahreskreisfest: Lammas – Fest der Fülle & der Schnitterin
Lammas, auch als Lughnasadh bekannt, ist eines der acht Feste im keltischen Jahreskreis und wird traditionell am 1. August gefeiert. Es markiert die erste Ernte – besonders die des Getreides – und würdigt die Arbeit, Hingabe und Fülle, die mit dem Jahreslauf einhergeht. Der Name „Lammas“ stammt vom altenglischen Loaf Mass, dem Brotfest, und bringt die Verbindung von Nahrung, Erde und Geist auf den Punkt.
In der keltischen Tradition war Lughnasadh ein Fest zu Ehren des Lichtgottes Lugh und seiner Ziehmutter Tailltiu, die laut Mythologie ihr Leben dem fruchtbaren Land widmete. Die Kelten feierten dieses Fest mit:
- Erntedankritualen: Brot wurde aus dem ersten Korn gebacken und als Opfergabe dargebracht
- Gemeinschaftsfeiern: Märkte, Spiele und Versammlungen – ähnlich einer keltischen Olympiade (Tailteann Games)
- Ritualen auf Hügeln: Heilige Orte wurden bestiegen, um die Verbindung zur Natur und den Göttern zu ehren
- Handfastings: Symbolische Verbindungen oder Probe-Ehen für ein Jahr und einen Tag
- Feuerfeste: Lagerfeuer als Zeichen der Dankbarkeit und Reinigung
- Kornpuppen: Aus der letzten Garbe wurden Puppen gefertigt, die den Geist der Ernte symbolisierten
Diese Bräuche spiegeln die tiefe Verbindung der Kelten zur Natur wider – und ihre Wertschätzung für die Zyklen von Wachstum, Reife und Wandlung.
Die Schnitterin als weiblicher Archetyp
Die Schnitterin trägt die Sichel als Symbol mit ruhiger Entschlossenheit. Sie ist die Hüterin der Reife, die Wächterin des Übergangs. In ihrer Gestalt vereinen sich Klarheit und Fürsorge – sie weiß, wann die Zeit gekommen ist, zu schneiden, loszulassen, zu ernten. Als weiblicher Archetyp verkörpert sie die Kraft, Entscheidungen zu treffen, Grenzen zu setzen und das Gewachsene zu würdigen. Sie erinnert uns daran, dass wahre Fülle auch das mutige Beenden braucht – damit Neues entstehen kann. Die Schnitterin zeigt sich als innere Kraft, die mutig entscheidet, was geerntet, gewürdigt oder verabschiedet wird. Rituale wie das symbolische Schneiden alter “Zöpfe” (=Verhaltensmuster, Glaubenssätze, etc.) oder das Segnen von Kräutern sind heute noch wertvoll, um sich mit diesem Zyklus zu verbinden.
In der Natur zeigt sich ihre Präsenz in den goldenen Feldern, im Duft der reifen Kräuter, im leisen Rückzug der Sonnenkraft. Die Schnitterin lädt uns ein, innezuhalten und zu fragen: Was ist in meinem Leben reif? Was darf ich mit Dankbarkeit abschließen? Und wo braucht es einen klaren Schnitt, um Raum für neue Saat zu schaffen?
Pflanzenkraft und Magie zu Lammas

In dieser Zeit schwingen bestimmte Pflanzen besonders kraftvoll mit der Energie des Schnitterinnenfests:
- Weizen & Gerste stehen für Fülle, Erdung und den Lohn unserer Arbeit
- Königskerze – Symbol für Klarheit, Stärke und Lichtführung. Ihre aufrechte Gestalt erinnert an das innere Rückgrat in Zeiten des Übergangs. Sie eignet sich wunderbar für Rituale zur Selbstbehauptung und zum Ausrichten auf innere Wahrheit
- Beifuß – Alte Schutz- und Übergangspflanze, die Reinigung, Vision und weibliche Kraft stärkt. Traditionell für Räucherungen verwendet, um Altes abzustreifen und neue Wege intuitiv zu erkennen
- Ringelblume & Schafgarbe – Heilung, Transformation und die sanfte Begleitung durch persönliche Wandlungsprozesse
Kleine Inspiration: Binde ein Kräuterbündel aus Königskerze, Beifuß und anderen Lammas-Pflanzen, trockne die Kräuter bewusst und verwende es für deine persönliche Schnitterinnen-Räucherung oder für Loslass-Rituale. Vielleicht hast du auch Lust ein Naturmandala als Dankesgabe an Mutter Erde und an dich selbst zu gestalten.

Impulse für Persönliches Wachstum & Selbstverwirklichung
Fülle feiern – Innen wie Außen
Lammas ruft uns dazu auf, Fülle in all ihren Facetten wahrzunehmen: nicht nur die sichtbare Ernte des Feldes, sondern auch die inneren Früchte in uns selbst – Erkenntnisse, Entwicklungen, Begegnungen, abgeschlossene Projekte.
Fülle bedeutet nicht Überfluss, sondern das tiefe Gefühl, genährt zu sein. Sie zeigt sich im geteilten Brot, im leuchtenden Sonnenstrahl, im Moment stiller Dankbarkeit.
Was habe ich geschaffen, genährt, gepflegt – das nun in Blüte steht? Wo darf ich mir erlauben, die Fülle wirklich zu empfangen?
Fragen & Impulse zu Lammas
Was bedeutet Fülle für mich – jenseits materieller Werte?
Wo in meinem Leben spüre ich Reife und Vollendung?
Welche Entscheidung ruft danach, von meiner inneren Schnitterin getroffen zu werden? Welche alten Zöpfe darf ich noch abschneiden?
Wie kann ich meine geerntete Kraft nutzen, um meine Vision zu leben?
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Für Fragen und Anregungen nutze gerne mein Kontaktformular oder schreibe mir direkt eine E-Mail an Melanie@gruengesund.de
Quellen
Fotos:
- KI generated
- Pixabay
- Roman Fuchs / Fuchs-Naturfotografie mehr Infos
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